02. 08. 2016

Vergebungsarbeit in der Psychotherapie mit Paaren

VergebungsarbeitDie Fortbildung von Dr. Konni Stauss am 15.07.2016 ist auf großes Interesse der Kolleginnen und Kollegen der Region gestoßen. Mit seiner Arbeit zum Thema Vergebung in der Psychotherapie (siehe Buchempfehlung) spricht Dr. Konni Stauss sehr viele Menschen an. Die Arbeit mit Paaren ist therapeutisch eine große Herausforderung, da die destruktiven Muster und Verstrickungen oft über Jahre hinweg entstanden sind. Deswegen sind bisherige Konzepte oft nicht nachhaltig wirksam. Wenn paartherapeutische Ansätze aber mit Ansätzen aus der Bindungsforschung ergänzt werden, lassen sich die grundlegenden Motive der Interaktion besser verstehen und auflösen. Die Fähigkeit zur Vergebung spielt in dem Prozess eine bedeutsame Rolle. Nach einem spannenden Vortrag und einer lebhaften Diskussion mündetet die Veranstaltung in ein gemütliches Ausklingen mit reger Vernetzung und informellem Austausch.


DR. KONNI STAUSS
ehemaliger Ärztlicher Direktor und Gründer der Psychosomatischen Klinik Bad Grönenbach beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Thema Vergebung und bildet Kolleginnen und Kollegen in Fort- und Weiterbildung aus. Seine Veröffentlichung hierzu ist im Kösel- Verlag erschienen: Stauss, K. (2015): Die heilende Kraft der Vergebung, 4. Auflage, Kösel Verlag, München

12. 07. 2016

Pressereise webPressereise in der Klinik Bad Grönenbach

Am Freitag, dem 8 Juli 2016 haben im Rahmen einer Pressereise acht Pressevertreter die Psychosomatische Privatklinik Bad Grönenbach besucht, um die neu eröffnete Klinik kennenzulernen. Zu Beginn des Vormittags hielt Dr. Jochen von Wahlert, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik, einen Vortrag zum Thema "Innere Balance bei stressbedingten psychischen Erkrankungen". Im Anschluss konnten die Journalisten aus verschiedenen Therapieangeboten wählen, um das multimodale Behandlungsprogramm der Psychosomatischen Privatklinik Bad Grönenbach selbst zu erfahren. Zum Beispiel erfuhren die Teilnehmer beim Aqua-Balancing, wie es sich anfühlt, sich der Schwerelosigkeit des Wassers hinzugeben. Außerdem watete die Mitarbeiterin und Kneippexpertin Cornelia Sofka mit den Journalisten durch das hauseigene Kneippbecken direkt auf dem Klinikgelände, sodass die Gäste den erfrischenden und Selbstheilungskräfte aktivierenden Effekt erleben konnten.

Auch in einer "Zapchen Somatics" -Gruppe, einer körper- und ressourcenorientierten "Wohlfühl-Therapie" in der Tradition von Julie Hendersons Embodyment konnten die Teilnehmerinnen das kneippsche Prinzip erfahren. In diesem Fall nicht im engeren Sinn, sondern durch ein Beleben ihrer Körperfunktionen durch Bewegungen und selbst gemachte Geräusche. Dies ruft ein Wohlfühlen und damit eine Verbesserung der Beschwerden auf körperlich-geistiger Ebene hervor. Abschließend fand ein gemeinsames Abendessen statt und die Pressevertreter bedankten sich für den Empfang in der Klinik. "Man merkt wirklich, dass hier ein guter Ort für Menschen in Not ist", resümierte eine Teilnehmerin und bestätigte ihren Eindruck nach einem kurzen Kontakt mit den Patienten.

 

28. 06. 2016

Psychosomatische Privatklinik Bad Grönenbach gut angelaufen

BG Klinikbilder Mai 2016 396In der Psychosomatische Privatklinik Bad Grönenbach werden seit dem 20. April 2016 Patienten mit psychosomatischen Erkrankungen behandelt. Der Umbau des früheren Gesundheitshotels ist abgeschlossen. Zudem wurden der Garten neu angelegt und das Schwimmbad komplett saniert. Im Schwimmbad können die Patienten nicht nur ihre Bahnen ziehen, sondern das Therapieprogramm des Aqua-Balancing findet dort ebenfalls statt. Insgesamt arbeiten 48 Mitarbeiter in der neuen Klinik.

Die Psychosomatische Privatklinik Bad Grönenbach gehört seit Anfang 2016 zu den Heiligenfeld Kliniken.

Menschen mit psychischen Krisen und psychosomatische Erkrankungen erhalten in Bad Grönenbach eine umfassende ärztliche und psychotherapeutische Behandlung zur Krisenintervention und für tiefergehende psychotherapeutische Prozesse. Mit einem individuell auf die Patientenbedürfnisse zugeschnittenen ganzheitlichen Therapieangebot gelingt sowohl eine kurzfristige Stabilisierung als auch eine psychotherapeutische Behandlung von langwierigen und komplexen Schwierigkeiten.

Individuelles Behandlungsprogramm

Das Behandlungskonzept beinhaltet neben intensiven Einzel-und Gruppentherapien, Körpertherapien und Entspannungsverfahren ein Intensivangebot zur Förderung von Ressourcen und Resilienz (Widerstandsfähigkeit). Hierbei werden gezielt die Stärken, die Handlungsfähigkeit, die Selbstwirksamkeit und die Abwehrkräfte in den Fokus gestellt. Die intensive psychotherapeutische Einzel- und Gruppentherapie ist eingebettet in ein individuelles multimodales Behandlungsprogramm. Das Behandlungskonzept sieht zusätzlich ein Intensivangebot vor, das kreative, schöpferische, musische oder künstlerische sowie meditative und körperliche Beschäftigung einbezieht. Hintergrund ist die Erkenntnis, dass Menschen, die eine Quelle der Leidenschaft, der inneren Kraft und des kreativen Ausdrucks gefunden und eine Praxis der Besinnung und Einkehr entwickelt haben, ihre Fähigkeit mit Schwierigkeiten und Leid umzugehen deutlich verbessern. Sie entwickeln Werkzeuge, wie sie ihre Symptomatik verbessern und ihre Widerstandskräfte erhöhen. Damit trauen sie sich zunehmend, zu sich zu stehen und an die eigene Entwicklungsfähigkeit zu glauben.

Nachhaltige Gesundheit als Behandlungsziel

Ziel der Behandlung ist es, die Krankheitssymptome zu reduzieren, um so wieder eine nachhaltige Gesundheit herzustellen. Dabei wird Gesundheit nicht unbedingt als die Abwesenheit von Schwierigkeiten, Konflikten, Einschränkungen oder Behinderungen verstanden. Vielmehr bedeutet Gesundheit im psychosomatischen Sinn, dass Menschen sich in schwierigen Situationen trotz der Einschränkungen, trotz Störungen, Ängsten und schwierigen Zuständen zu helfen wissen oder sich helfen lassen.
Die Klinik bietet mit derzeit 45 Einzelzimmer eine Behandlung für Privatversicherte und Selbstzahler, die höchste Ansprüche an Professionalität, Mitmenschlichkeit, individuelle Behandlung und persönliche Begleitung stellen und eine respektvolle und liebevoll gestaltete Atmosphäre suchen. Das Angebot richtet sich an Führungskräfte und Mitarbeiter aus Unternehmen und Organisationen, aus Kulturbetrieben, aus internationalen Organisationen, aus Politik und Verwaltung, Beamte und Selbständige. Das medizinische und therapeutische Team ist auf die Therapie eines breiten Spektrums psychosomatischer Behandlungsindikationen spezialisiert.

Die Psychosomatische Privatklinik Bad Grönenbach liegt inmitten einer der schönsten Landschaften Deutschlands, dem Allgäu, und wird von Dr. Jochen von Wahlert geleitet. Privat sein und privat bleiben – das ist das Besondere an der der Psychosomatischen Privatklinik Bad Grönenbach. Die Patienten erleben die Abgeschiedenheit eines individuell geschützten Bereichs und erfahren die Vorzüge einer auf sie persönlich ausgerichteten Behandlung. Stets unter dem klinikeigenen Anspruch höchster Qualität und Professionalität.

21. 06. 2016

Nachhaltigkeit für die Seele

Burnout ist ein Thema, das fast überall diskutiert wird. So auch auf der "Zukunft Personal", Deutschlands größter Personalmesse, in der wir im letzten Jahr über die Nachhaltigkeit der "Ressource Mensch" diskutiert haben. Nun tue ich mir als Arzt schwer damit, Menschen auf die Nutzbarmachung ihrer Arbeitskraft zu reduzieren. Und Gott sei Dank hat in den Personalabteilungen vieler Firmen bereits ein Umdenken stattgefunden.

Der Faktor Mensch in der Arbeitswelt

Menschen werden aber trotzdem nach wie vor gerne wie "Produktionsmittel" angesehen, geplant und wie alle übrigen Dinge kalkuliert, die wir für die Herstellung von Produkten oder für die Ausübung von Dienstleistungen brauchen. Die Einsicht, dass es beim Wirtschaften ganz primär um uns Menschen geht, ist noch nicht wirklich überall "angekommen", sprich diese Erkenntnis wird im Arbeitsalltag nach wie vor zu wenig berücksichtigt. Denn im Zentrum stehen nicht nur diejenigen, für die etwas produziert wird, sondern insbesondere jene, die einen Großteil ihrer Lebenszeit in ihre Arbeit investieren und sie dort, im Unternehmen, auch verbringen. Und das tun die Menschen nicht nur, weil sie dort ihre Brötchen verdienen, sondern weil sie dort ihre Kraft, ihre Kreativität und ihr Können einbringen. Manchen ist ihre Arbeit so bedeutsam, dass sie mitunter den Lebensmittelpunkt darstellt und sie sich über ihre Tätigkeit, ihr Tun definieren. Arbeit stiftet somit auch sehr viel Sinnhaftigkeit, die Menschen für ihr Dasein benötigen.

Insofern ist es – aus dieser Perspektive - unverständlich, wenn Menschen bisweilen derart schnell aussortiert werden, ja dass es in den Unternehmen kaum mehr „Nischen“ gibt. Oder dass es überhaupt zugelassen wird, dass Menschen erschöpfungsbedingt psychisch zusammenbrechen und darüber nicht selten eine lange Krankheitsperiode eingeleitet wird. Es entsteht viel Leid, unendlich viel Potenzial wird vergeudet, sowie erhebliche Kosten entstehen, wenn Menschen krank werden und ihnen nicht zeitnah geholfen wird. Jedoch genau an dieser Stelle - wenn es nämlich um die Fehlzeiten von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geht - werden Unternehmen sehr schnell hellhörig. Fakt ist, dass der Krankenstand aufgrund psychischer Erkrankungen stetig und ungebrochen zunimmt. Ein Ende dieser Entwicklung ist im Moment nicht abzusehen.

Nachhaltigkeit betrifft Selbstfürsorge und Rahmenbedingungen

Menschen werden krank, wenn sie beispielsweise in oder mit ständiger Angst leben, wenn ihr Selbstwert und ihre Identität verletzt werden, sie ihre Selbstwirksamkeit verlieren oder sie ihre Fähigkeiten nicht entfalten können, sich also nicht entwickeln dürfen. Auch wenn sie ständig nur am Kämpfen sind, ohne dass Erfolg spürbar und sichtbar wird, ohne Raum um auf die eigenen Ressourcen zuzugreifen, ohne Abwechslung und Erholung. Auch Vereinsamung macht krank.
Überforderung findet einerseits ganz real statt, andererseits entsteht sie nicht zuletzt in unseren Köpfen. Denn ein verunsichertes Selbstwertgefühl führt dazu, dass wir uns immer mehr anstrengen, um das zu leisten, was tatsächlich oder vermeintlich von uns erwartet wird. Es fehlt sowohl an gesundem Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten als auch am rechten Gespür für die eigenen Grenzen. Nachhaltig gehen Menschen mit sich selbst oft erst dann um, wenn sie erlebt haben, welche fatalen Folgen chronische Überforderung, ein ständiges In-Alarmbereitschaft-Stehen sowie sozialer Gegenwind haben können. Aber so wichtig die eigene Selbstfürsorge auch ist, sie allein reicht oft nicht aus.

Auch Arbeitsplätze können nachhaltig sein: Sie sind es dann, wenn die Arbeitsbedingungen die individuellen Möglichkeiten der Menschen berücksichtigen. Die Verantwortung für die seelische Gesundheit liegt somit durchaus auf beiden Seiten: Bei jedem Einzelnen und bei den Unternehmen, die den Rahmen schaffen und gestalten, in dem gearbeitet werden soll.

 

07. 06. 2016

Aufruf zum Leben

Jetzt werden wir wieder laut: Über 20 Klinikchefs und Universitätsprofessoren geben erneut einen Aufruf heraus, bei dem es um die seelische Gesundheit der Menschen in unserer Gesellschaft geht. 
Ein Aufruf, mit dem wir unsere Erschütterung über den seelischen Notstand kund tun und gleichzeitig Impulse für ein besseres Miteinander verbreiten möchten.
 
Nirgendwo besser als in unseren Kliniken kann man das Ausmaß an seelischem Leid, die Welle der psychischen Erkrankungen und die innere Verzweiflung und Not von den vielen Menschen in unserem Lande erkennen, die eine Behandlung aufsuchen. Unsere tagtägliche Arbeit lässt unserer Ansicht nach gar keine andere plausible Reaktion zu, als sich mit Vehemenz zu Wort zu melden und auf ein Problem hinzuweisen, das in weiten Teilen der Gesellschaft immer noch tabuisiert wird: Das Problem psychischer Notlagen. Menschen schämen sich und haben Angst vor Ausgrenzung, wenn sie Ihre Not öffentlich machen. Viele verstecken das Leid und leiden im Inneren, solange bis sie nicht mehr können. Körpersymptome, Erkrankungen, Zynismus, Aggression, Teilnahmelosigkeit und Suizid sind die Folgen. 
 
Wir rufen alle auf, sich für ein besseres Leben zu engagieren. Ein Anfang ist schon damit gemacht, die psychische Krisen aus ihrer Verbannung und Verdrängung herauszuhelfen und selbstbewusster damit umzugehen, dass kein Mensch davor gefeit ist, im Laufe seines Lebens Krisen zu erleben. Und das es ganz normal ist, wenn man zur Bewältigung Hilfe braucht. Genauso normal sollte es sein, sich auch Hilfe zu suchen und diese anzunehmen. Warum gehen wir nicht selbstbewusst mit einer psychischen Erkrankung um, so als hätten wir eine Grippe, für die man auch selbstverständlich Behandlung sucht?
 
Es liegt aber nicht nur am Einzelnen. Eine große Bedeutung haben sozialen, familiäre, beruflichen und gesellschaftliche Bezüge. Das Umfeld kann helfen, Menschen aufzufangen. Es kann aber auch dafür sorgen, dass Menschen robuster, resilienter, selbstbewusster und stärker werden, um mit Krisen umzugehen. Nicht nur um ein Kind groß zu ziehen braucht es ein ganzes Dorf - wie im Sprichwort, sondern auch um die Krisen, die Verluste, die Schicksalsschläge und Ängste zu bewältigen, die jeden von uns treffen können. Und für ein kreatives, lebendiges, solidarisches und fröhliches Miteinander.
 
Der Aufruf steht unter folgender Adresse. Bitte unterstützen Sie uns. http://www.aufruf-zum-leben.de