25. 11. 2016

Gedenkfeier für Dr. Konni Stauss

Am Sonntag, dem 20.11.2016 hat in der Psychosomatischen Privatklinik Bad Grönenbach ein Gedenktreffen für Dr. Konni Stauss stattgefunden. Es kamen über 50 ehemalige Kolleginnen und Kollegen der Psychosomatischen Klinik Bad Grönenbach, die Konni Stauss 1979 gegründet und zu einer bundesweit berühmten und beachteten Klinik entwickelt hat. Etliche "Mitstreiter" der ersten Stunde berichteten von den Anfängen der Klinik, die mit innovativen Konzepten, der therapeutischen Gemeinschaft, Körpertherapie und einem humanistischen Menschenbild völlig neue Impulse in der Psychosomatik setzte. Der Gedenktag wurde mit einem Seminar über Vergebungstherapie eröffnet, bei dem Adelheid Gerstenberg die Grundlagen des letzten beruflichen Themas von Konni Stauss referierte. Die Vergebungsarbeit wird als essentieller und spiritueller Bestandteil eines inneren Prozesses der Befreiung aus dem "Opferdasein" und den damit verbundenen Depressionen und anderen psychischen Störungen eingesetzt. Insbesondere bei Menschen mit Erfahrung von Traumatisierung, PTSD und Traumafolgestörungen spielt die Vergebung nach der therapeutischen Bearbeitung mit einem traumatherapeutischen Verfahren eine wichtige Rolle. Auch wenn die Taten unverzeihlich sind, kann man doch innerlich durch Vergebung seinen Frieden mit den Erfahrungen finden. Am Nachmittag wurde der persönliche Austausch zwischen den Kollegen fortgesetzt, bei dem alle Teilnehmer ihre Erinnerungen und ihre Dankbarkeit für die Beziehung und die gemeinsame Arbeit mit Konni Stauss ausdrückten. Bindung, Beziehungsfähigkeit und die Möglichkeit, das eigene Herz wieder zu öffnen, waren stets zentrale Anliegen des Grönenbacher Konzeptes. Auch die große Kollegialität und Verbundenheit der Teilnehmer untereinander wurde spürbar. "Der Geist einer Klinik hängt nicht am Gebäude" waren die Worte, mit denen Konni Stauss noch im Sommer bei einer Fortbildungsveranstaltung in der Psychosomatischen Privatklinik der Klinik viel Erfolg und Glück gewünscht hat, um damit auszudrücken, dass er sehr froh ist, dass es mit seinem langjährigen Mitarbeiter, Oberarzt und späteren Nachfolger als Ärztlichem Direktor Dr. Jochen von Wahlert in der Psychosomatischen Privatklinik am gegenüberliegenden Schloßberg weitergeht.

11. 11. 2016

CA Portrait300

3 Fragen an Dr. Jochen von Wahlert

In der Psychosomatische Privatklinik Bad Grönenbach werden seit dem 20. April 2016 Patienten mit psychosomatischen Erkrankungen behandelt. Der Umbau des früheren Gesundheitshotels ist seit einiger Zeit komplett abgeschlossen. Der Garten wurde im Sommer neu angelegt und das Schwimmbad komplett saniert. Im Schwimmbad können die Patienten seit dem nicht nur ihre Bahnen ziehen, sondern das Therapieprogramm des Aqua-Balancing findet dort ebenfalls statt. Insgesamt arbeiten 48 Mitarbeiter in der neuen Klinik. Dr. Jochen von Wahlert, Ärztlicher Direktor und Geschäftsführer, zieht eine erste Bilanz.

Wie war für Sie das erste halbe Jahr?

Das erste halbe Jahr war für uns alle hier in Bad Grönenbach aufregend und auch sehr berührend. Wir konnten einen guten Prozess des Zummenfindens durchlaufen und haben es im Team geschafft, dass die Klinik gut in den Alltag gestartet ist. Ein neues Klinikteam birgt ja immer auch Herausforderungen, aber wir sind stolz sagen zu können, dass wir sie gut gemeistert haben. Als besonders empfand ich z. B. die Ankunft der ersten Patienten, voller Vorfreude und auch Erwartungen. Berührend war es dann zu sehen, wie sie nach ihrem Aufenthalt wieder in den Alltag gingen. Gestärkt mit neuen Erkenntnissen und Mut.

Welche Rückmeldungen bekommen Sie von den Patienten?

Besonders die individuellen Wege, die wir mit den Menschen für ihre Behandlung finden, stoßen auf viel gute Resonanz. Und immer wieder wird uns rückgemeldet, wie gut sich Patienten bei uns aufgehoben fühlen. Neben den Einzel- und Gruppentherapien werden von unseren Patienten vor allem die Wasser-Shiatsu-Angebote, die „vertieften Erfahrungen“ durch unsere Kreativ-Ateliers, z. B. „Innere Natur“ und „Körperarbeit“ sowie die Samstagswanderungen als besonders positiv hervorgehoben. Auch dass die Therapeuten untereinander gut vernetzt sind, wird immer wieder als hilfreich beschrieben.

Welche Planungen haben Sie für 2017?

Mit steigenden Patientenzahlen werden wir unser Angebot weiter ausdifferenzieren. Zum Beispiel werden wir das Thema Musik durch gemeinsames Singen und Musiktherapie integrieren. Auch die Beziehung der Patienten zur inneren und äußeren Natur werden wir weiter in den Vordergrund stellen. Hierzu möchten wir unseren schönen Garten mehr therapeutisch nutzen, z. B. planen wir einen Feuerplatz und einen Gemüse- und Kräutergarten.

04. 11. 2016

coverBuchbeitrag von Dr. Jochen von Wahlert

Der Ärztliche Direktor und Geschäftsführer der Psychosomatischen Privatklinik Bad Grönenbach Dr. Jochen von Wahlert hat zusammen mit Dr. Robert Mestel das Buchkapitel "Psychotherapie" in dem Buch Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie: für psycho-soziale und pädagogische Berufe verfasst.

In den letzten Jahren hat sich die Arbeit mit psychisch kranken Menschen inner- und außerhalb der Kliniken sehr gewandelt. „Psychiatrie“ ist als Arbeitsfeld für soziale und pädagogische Berufe immer wichtiger geworden. Neuere neurobiologische und bindungstheoretische Erkenntnisse helfen, seelische Störungen besser zu verstehen und angemessene Hilfekonzepte zu verwirklichen.
Diese Veränderungen erfordern hohe Kompetenz und Professionalität der SozialarbeiterInnen und PädagogInnen in diesem Bereich.
An dieser Stelle schließt dieses Buch eine Lücke. Es liefert - verständlich für medizinische Laien geschrieben – wichtige Basisinformationen über psychische Störungen, ihre möglichen bio-psycho-sozialen Ursachenzusammenhänge, ihre Ausdrucksformen und Behandlungsmöglichkeiten.
Nach einer allgemeinen Einführung und einem Kapitel zu den neurobiologischen Grundlagen psychischer Störungen, werden Kinder- und Jugendpsychiatrie, Allgemein- und Geronto-Psychiatrie dargestellt. Abhängigkeitserkrankungen, Psychotraumatologie und Psychosomatik, sowie die Problematik der kombinierten Psychose- und Suchterkrankungen werden ebenfalls ausführlich behandelt.
Bei den Behandlungsansätzen fokussieren die Autoren neben den klassischen Methoden der Psychotherapie, Soziotherapie und Pharmakotherapie insbesondere auf ein integratives sozialpsychiatrisches Vorgehen. Klinische und besonders außerklinische („komplementäre“) Institutionen und Arbeitsfelder für soziale und pädagogische Berufe werden kritisch reflektierend vorgestellt.
Ein Abschnitt zur Psychohygiene nimmt die Person des professionellen Helfers in den Blick.

Alle Kapitel wurden für diese Neuauflage überarbeitet, aktualisiert und teilweise erweitert.

Das Buch möchte Studierenden pädagogischer und sozialer Berufe ein aktuelles, gut verständliches und ausführliches Lehrbuch sein, den bereits praktisch Tätigen will es Anregungen und Arbeitshilfen geben.

14. 10. 2016

 Traumatisierung im Kontext von Krieg und Flucht - Vortrag von Prof. Pia Andreatta

Pia AndreattaAm 14. September hat Prof. Pia Andreatta im gut gefüllten Konferenzsaal der Psychosomatischen Privatklinik Bad Grönenbach einen Fachvortrag zum Thema "Traumatisierung im Kontext von Krieg und Flucht" gehalten und sprach über die Bedeutung für die klinische Tätigkeit. Sie führte ihre Überlegungen und Forschungsergebnisse zu den Folgen einer sequentiellen Traumatisierung aus. Die Definition der Posttraumatischen Belastungsstörung hält sie für zu eng, da sie viele psychische Folgen der Traumatisierung unberücksichtigt lässt. Bei der Behandlung plädiert sie für eine tief menschliche Form der Anteilnahme und des Mitgefühls, das in ein individualisiertes Vorgehen eingebettet ist. Der Vortrag stieß auf begeistertes Interesse der Zuhörer und mündete in eine lebhafte und interessante Diskussion.

 

PROF. PIA ANDREATTA lehrt und forscht an der Universität Innsbruck. Sie ist Psychotraumatologin, Klinische Psychologin und Notfallpsychologin für internationale Einsätze und hat Erfahrung in Tauma- und Konfliktarbeit vor Ort u.a. in Sri Lanka, Syrien (Aleppo), in Gaza/Israel und im Libanon. Ihre Arbeitsschwerpunkte umfassen die Themen Traumatisierung durch Krieg, Flucht und Vertreibung , Sekundärtraumatisierung (der Hilfskräfte) sowie die Problematik von Schuld ohne Absicht.

 

Am 14. September hielt Frau Prof. Pia Andreatta im gut gefüllten Konferenzsaal der Klinik einen Fachvortrag zum Thema "Traumatisierung im Kontext von Krieg und Flucht" und sprach über die Bedeutung für die klinische Tätigkeit. Sie  führte ihre Überlegungen und Forschungsergebnisse zu den Folgen einer sequentiellen Traumatisierung aus. Die Definition der Posttraumatischen Belastungsstörung hält sie für zu eng und lässt viele psychische Folgen der  Traumatisierung unberücksichtigt. Bei der Behandlung plädiert sie für eine tief menschliche Form der Anteilnahme und des Mitgefühls eingebettet in ein individualisiertes Vorgehen. Der Vortrag stieß auf begeistertes Interesse der Zuhörer und mündete in eine lebhafte und interessante Diskussion.

18. 08. 2016

Teilnahme am Xaver-Höger Gedächtnislauf

gedaechtnislauf1Am Freitag, dem 29.07.2016 hat in Bad Grönenbach der Xaver Höger Gedächtnislauf stattgefunden. Der frühere Waldlauf, heute umbenannt nach Xaver Höger, ist inzwischen eine Tradition. Bei sommerlichen Temperaturen war ein Team der Therapeuten der Psychosomatischen Privatklinik Bad Grönenbach mit fünf Teilnehmern vertreten, die mit gutem Beispiel im Sinne der Prinzipien Pfarrer Kneipps zur Körperertüchtigung vorangingen und die zehm km bewältigten.
Die Patienten wollten nicht nachstehen und acht Männern und Frauen nahmen als Team "Achtsamer Adler" mit ihren Nordic Walking Stöcken teil. "Dabei sein ist alles", war das Motto der Teilnehmer. Die Begeisterung der anfeuernden Menge, bestehend aus Freunden, Verwandten, Kollegen und vielen anderen Kollegen, gab Auftrieb. Der Spaßfaktor war hoch und am Ende winkte für alle noch der Preis des teilnehmerstärksten Teams.